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1. Interalpine Ressourcentagung

Im Kampf gegen den Klimawandel - Baustoffrecycling soll Teil der Energiewende sein

Nicht nur Fragen der Mobilität, der Energiewende und des Verkehres sollen Themen der EUREGIO sein, sondern auch die Wiederverwertung im Baugewerbe.

 

Experten aus ganz Mitteleuropa trafen sich am 5. und 6. September bei der 1. Interalpinen Ressourcentagung am Kronplatz in Südtirol, um gemeinsam Themen zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks durch die Schonung und Wiederverwertung von Ressourcen im Baugewerbe zu diskutieren. Ziel dieser Veranstaltung war es konkrete Maßnahmen auszuarbeiten, damit die EUREGIO Vorreiter im Bereich Wiederverwertung in Europa ist und somit einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten soll.

Dem Bereich Wiederverwertung wird neben den großen Themen wie Transit, Energie und Mobilität mittlerweile durchaus Beachtung geschenkt. So hat Heinrich Feeß, Vorreiter im Baustoffrecycling in Deutschland und Referent bei der Tagung, im Jahr 2016 den „Deutschen Umweltpreis“ – mit 500.000.- Euro damals höchstdotierter unabhängiger Umweltpreis Europas – gewonnen.

Nicht nur den öffentlichen Bauherren, sondern auch den privaten wird die Bedeutung des Baustoffrecyclings in den kommenden Jahren aufgrund des zunehmenden Leidensdruckes durch die steigenden Deponierungskosten immer bewusster werden.

„Reine Nachhaltigkeitsgedanken stellen derzeit zwar nicht immer alleine den Hauptbeweggrund eines zunehmenden Dranges zur Wiederverwertung im Baubereich dar, sollten aber im Sinne unserer nachfolgenden Generationen ein zentrales Thema in unseren Überlegungen spielen. Die TIWAG ist vor allem als Landesunternehmen in der Pflicht, nachhaltig zu planen und zu handeln“ so TIWAG Vorstand Herdina, der in seinem Vortrag die Nachhaltigkeitsverantwortung der Bauherren unterstrich.

Der Südtiroler Landesrat und Landeshauptmannstellvertreter Daniel Alfreider und der Nordtiroler Landtagsabgeordnete Florian Riedl sicherten im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, bei der Behördenvertreter und Vertreter aus der Wirtschaft aus Nord- und Südtirol teilnahmen, ihre absolute Unterstützung in der Forcierung der Wiederverwertung im Baugewerbe zu. Die Wiederverwertung ist zwar ein globales Thema, in der EUREGIO wollen wir dieses aber gemeinsam angehen, da wir auf beiden Seiten des Brenners ähnliche Fragestellungen zu lösen haben. „Wir müssen alle möglichen Maßnahmen unterstützen, damit wir ein Handeln im Sinne des nachhaltigen Ökologischen Systems erreichen“, sind sich die politischen Vertreter Alfreider und Riedl einig.

Dietmar Thomaseth, Geschäftsführer des TIQU-Tiroler Qualitätszentrum für Umwelt, Bau und Rohstoffe, einem TIWAG Tochterunternehmen, appellierte an die Vernunft aller Beteiligten. Bei Tiefbauten streben wir zwar einen immer länger werdenden Lebenszyklus an, beim klassischen Hochbau stehen wir jedoch aufgrund einer zunehmenden „Wegwerfgesellschaft“ vor unterschiedlichen gravierenden ökonomischen und vor allem auch ökologischen Problemstellungen. Schließlich erfolgt heute der Abriss und Neubau von Gebäuden innerhalb einer Generation. Was in der Vergangenheit schief gelaufen ist, dürfen wir heute ausbaden. Was wir heute „verbocken“ dürfen unsere Kinder ausbaden. „Wer vordenkt, muss weniger (da)nach-denken“, so Thomaseth. (Zitat der TT vom 22.02.2019)

Einhellige Meinung herrschte bei den Experten darüber, dass endlich die Stoffkreisläufe zu Ende gedacht werden müssen. Sowohl bei mobilitäts- und energetischen Themen, als auch im Bereich des Personen- und Güterverkehrs stehen persönliche, regionale und kurzfristige Interessen teilweise im Vordergrund. Ohne eine gesamtheitliche und nachhaltige Betrachtung des Gesamtsystems werden die großen Herausforderungen nicht gelöst.

„Müssen wir wirklich gegen die Wand fahren um aufzuwachen?“, so Thomaseth.


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