DER BAUSTOFF IM KREISLAUF – Vom Abbruchmaterial zu hochwertigen Bauprodukten

Der neue Trend beim Abbruchmaterial

UPCYCLING STATT DOWNCYCLING.

Eine zu Ende gedachte Kreislaufwirtschaft beinhaltet die Gesamtplanung, die Herstellung von Bau stoffen, die Ausführung, den kontrollierten Rückbau, die qualitative Aufbereitung der  Abbruchmaterialien und die Wiederverwertung dieser zu hochwertigen Bauprodukten. Der Umgang mit Abbruchmaterialien im Hoch- und Tiefbau stellt seit jeher eine ökonomische und  ökologische Herausforderung dar. Hohe Aufbereitungskosten, eine fragwürdige Qualität der recyclierten Materialien und relativ geringe Deponierungskosten prägten die Diskussion. Um eine  andauernde Kreislaufwirtschaft anstreben zu können, soll statt Downcycling (Material wird für untergeordnete Zwecke, z.B. als Schüttmaterial, eingesezt) ein modernes Upcycling  (Recyclingmaterial wird zeitgemäß aufbereitet und so für den hochwertigen Einsatz verwendet) betrieben werden.

Um die natürlichen Ressourcen zu schonen, da auch die Genehmigung neuer Deponien zunehmend schwieriger wird, die vorhandenen Deponievolumina abnehmen, die Deponierungskosten  drastisch steigen und die LKW-Transporte zunehmen, muss der Trend zum Recycling bzw. zur geschlossenen Kreislaufwirtschaft forciert werden. Die Forderung nach einem Upcycling ist  demnach das Gebot der Stunde am Bau. Das Bewusstsein für eine notwendige Kreislaufwirtschaft und vor allem eine nachweisorientierte und bewertbare Nachhaltigkeit sind hierfür der Schlüssel  zum Erfolg.

EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT DURCH EINE ZU ENDE GEDACHTE KREISLAUFWIRTSCHAFT!

EPD – NACHWEISORIENTIERTE NACHHALTIGKEIT.

Die Datengrundlage für Ökobilanzen im Baubereich.

Die Umweltdeklarationen von Produkten – EPD (Environmental Product Declarations) stellen eine essentielle Datengrundlage für die Bewertung der ökologischen Qualität eines Produktes dar.  EPD beschreibt die Umweltauswirkungen eines Produktes auf Basis von Ökobilanzen. Durch EPD wird eine erste Datengrundlage für die Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten geschaffen.

Eine EPD ist eine Typ-III Umweltdeklaration. Diese stellt quantifizierte umweltbezogene Informationen aus dem Lebensweg eines Produktes oder einer Dienstleistung zur Verfügung, um damit  Vergleiche zwischen Produkten oder Dienstleistungen gleicher Funktion zu ermöglichen.

 

PLANUNG & BAU: ALLES BEGINNT BEIM VORDENKEN.

Alles geht in Richtung Kreislaufwirtschaft. Und die beginnt bei der Planung des Gebäudes.

Neben der Funktionalität eines Gebäudes sollte heutzutage unbedingt eine nachhaltige Gestaltung berücksichtigt werden. Durch vorausschauende Planung und den optimalen Einsatz der  richtigen Bauprodukte kann ein wesentlicher Beitrag zur Kreislaufwirtschaft erreicht werden. Das beginnt bei der Wahl der Bauprodukte und ihrer möglichen Wiederverwertung bzw.  Dauerhaftigkeit. So lässt sich Bauabfall massiv reduzieren, indem z.B. unterschiedliche Bauprodukte nicht mehr verklebt, sondern verschraubt werden. Bereits in der Konzeption von Gebäuden  lassen sich spätere Deponierungen vermeiden oder stark reduzieren. Nachhaltig Planen umfasst den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, die langlebige Ausrichtung eines Gebäudes  und seine Wiederverwendung im Ganzen oder in Teilen – Ansprüche, denen jedes Gebäude heute gerecht werden sollte.

KONTROLLIERTER RÜCKBAU: RECYCLINGBAUSTOFFE ALS HOCHWERTIGE ALTERNATIVE.

Essentiell ist dabei eine sorgfältige Schad- und Störstofferkundung, ein umsetzungsorientiertes Rückbaukonzept und eine sortenreine Trennung der Baustoffe (z.B. Ziegel, Beton, Stahl, Holz)

Aus  diesen sortenreinen Materialien werden anschließend mit verschiedenen modernen Aufbereitungstechniken hochwertige Produkte für den jeweiligen Einsatz hergestellt. Mit dem Ziel “Weg vom  Downcycling hin zum qualitativen Upcycling” und durch die jüngste Materialforschung sowie neuste Recyclingtechnologien wird die Wiederverwertung von Abbruchbaustoffen nicht nur zur  perfekten Alternative, sondern vielfach zu einer zeitgemäßen Variante Nr. 1.

 

 

 

DIE OPTIMALE DEPONIERUNG IST DIE, DIE MAN VERMEIDET.

Baurestmassen stellen den mit Abstand größten Anteil an Baustellenabfällen dar. Allein durch diese Tatsache müssen effiziente Lösungen für die Wiederverwertung von Baurestmassen entwickelt  und umgesetzt werden. Die Zielsetzung soll ein ökonomisch und ökologisch vernünftiger Umgang mit Baurestmassen sein.

Das Ziel heißt: Kreislaufwirtschaft. Für eine erfolgreiche Umsetzung der  Wiederaufbereitung – im Sinne einer Kreislaufwirtschaft – ist es erforderlich, dass in der Aufbereitung Qualitätsprodukte erzeugt werden, die eine Deponierung von Grund auf vermeiden.

AUFBEREITUNG: HOHE QUALITÄTSKONTROLLEN UND NEUE METHODEN  FÜHREN ZU TOP-RECYCLING- MATERIALIEN.

Die Qualität der recycelten Materialien wird heute in der Produktion und Verwertung durch moderne, qualitätssichernde Maßnahmen überwacht. So unterliegen recycelte Materialien meist einer  höheren Qualitätskontrolle als natürliche – nicht zuletzt, um Homogenitätsschwankungen Rechnung zu tragen.

Das Ziel: So viel Material wie möglich in hoher Qualität aufbereiten, um  Deponierungen so gering wie möglich zu halten.

HOMOGENITÄT, TRENNBARKEIT, SCHADSTOFFFREIHEIT.

Im Sinne des nachhaltigen Bauens soll beim Rückbau von Gebäuden und Gebäudeteilen ein hohes Maß an Recyclingfähigkeit sichergestellt werden, indem bereits in der Planungsphase,  insbesondere bei der Produktauswahl, folgende Faktoren beachtet werden:

Homogenität: Die verwendeten Baustoffe sollten nach Möglichkeit homogen sein. Je weniger unterschiedliche  Materialien in einem Gebäude verwendet werden, desto weniger unterschiedliche Entsorgungswege müssen in der Regel berücksichtigt werden.

Trennbarkeit: Sind die eingesetzten Materialien  und Materialverbindungen leicht trennbar, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit auf eine sortenreine Trennung. Je sortenreiner Materialien getrennt werden können, umso größer ist die Chance, sie  wieder hochwertig einsetzen zu können.

Schadstofffreiheit: Durch die Auswahl und Verwendung von schadstofffreien, recycelbaren Bauprodukten kann der Materialkreislauf verlängert und wirtschaftlich optimiert werden.

 

 

 

DER KREIS SCHLIESST SICH.

Qualitätskontrolle und interdisziplinäre Teams
sichern die Kreislaufwirtschaft.

Um die Zukunft innovativ gestalten zu können, braucht es viele Perspektiven, unterschiedliche Fachexpertisen und Teams, die zu jedem Detailthema ihr profundes Wissen einbringen. So werden  Visionen sichtbar, neue Möglichkeiten greifbar, Qualitätskontrollen laufend verbessert und das Vertrauen in die Kreislaufwirtschaft des Bauens gestärkt.

 

 

 

 

 

 

 

DER BAUSCHUTT HAT MIT DEM, WAS DARAUS WIRD, NICHTS MEHR ZU TUN.

Die Bilder zeigen Gebäude bzw. Bauteile, welche mit recycelten Materialien errichtet wurden. So werden natürliche Ressourcen und vorhandene Deponien  geschont, Transporte reduziert und die Kreislaufwirtschaft gelebt.

„In Zukunft werden wir daran gemessen, wie nachhaltig ein Gebäude tatsächlich ist. Diese  Nachhaltigkeit muss aber bewertbar sein. Mittels Umweltdeklarationen und einem System zur  Bewertung der Nachhaltigkeit werden wir unsere Schlüsse für das kommende Bauen ziehen und die Bilanz einer optimalen Kreislaufwirtschaft auch exakt kontrollieren und darstellen können.” 

Dr. Dietmar Thomaseth

 

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